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Bebauungsplan Nr. 199 "Am Musikantenviertel"

Der Ausschuss für Planen, Bauen und Wohnen der Stadt Schwerte hat in seiner Sitzung am 10.02.2021 beschlossen, den Bebauungsplan Nr. 199 "Am Musikantenviertel" aufzustellen. Die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit gem. § 3 Abs. 1 BauGB ist in Form eines 14-tägigen Aushangs der Planunterlagen im Rathaus der Stadt Schwerte durchzuführen. Die Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange gem. § 4 Abs. 1 BauGB ist parallel durchzuführen.

Die GWG Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft Schwerte mbH plant auf der Fläche „Ruhrtalstraße / Letmather Straße“ in Schwerte-Ergste die Realisierung einer wohnbaulichen Nutzung.

Die mögliche Baulandentwicklung auf der Fläche "Ruhrtalstraße / Letmather Straße" im Ortsteil Schwerte-Ergste ist vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung und der wohnungsbaupolitischen Ziele der Stadt Schwerte zu betrachten. Trotz der rückläufigen Einwohnerzahlen wird im Handlungskonzept Wohnen (DS IX/0499) für Schwerte auch in Zukunft eine qualitätsbedingte Neubaunachfrage vorausgesagt. Diese setzt sich zusammen aus Bedarfen aufgrund zunehmender Haushaltszahlen (insb. durch die Verkleinerung der Haushaltsgrößen) sowie aus qualitätsbedingten Ersatzbedarfen durch Wohnungsabgänge. Bis 2030 besteht daher ein Bedarf von ca. 2000 Wohnungen. Aus dem Handlungskonzept geht weiterhin hervor, dass für den Eigenheimmarkt in Schwerte eine solide Nachfrage besteht und dass an preisgünstigen aber auch höherpreisigen Angeboten mit guten Ausstattungsqualitäten ein großes Interesse vorhanden ist.

Das Plangebiet ist ca. 1,4 km von der westlich gelegenen Anschlussstelle an die Bundesautobahn 45 entfernt, nach Süden ist die Anschlussstelle an die Bundesautobahn 46 in ca. 5,2 km Entfernung über die Letmather Straße erreichbar.

Der nächstgelegene schienengebundene Verkehrsknotenpunkt ist der Bahnhof „Ergste“, der sich ca. 1,3 km (Luftlinie) nordöstlich befindet. Nächstgelegene Bus-Haltepunkte sind der ca. 300 m nördlich gelegene Haltepunkt „Kirchstraße“ und der ca. 500 m südlich gelegene Haltepunkt „JVA“.

Der Standort liegt im Süden von Ergste, innerhalb der Flur 11 der Gemarkung Ergste und umfasst das Flurstück 72. Die Fläche wird im Osten durch die B 236 „Letmather Straße“ und im Norden durch die L 675 „Ruhrtalstraße“ begrenzt. Im Westen befindet sich ein Wohngebiet entlang der „Beethovenstraße“ und der „Schubertstraße“. Im Süden liegt direkt angrenzend die Justizvollzugsanstalt Schwerte. Die Planfläche selbst und der östlich der B 236 gelegene Bereich werden landwirtschaftlich als Acker-flächen genutzt. Die westlich und nördlich bestehenden Wohnnutzungen sind im Wesentlichen durch Einfamilienhäuser und Doppelhäuser in ein- bis zweigeschossiger Bauweise geprägt. Das Plangebiet umfasst eine Fläche von insgesamt ca. 21.300 m². Das überwiegend als Ackerfläche genutzte Plangebiet hat keinen besonders zu beachtenden Baum- oder Gehölzbestand. Lediglich am westlichen Plangebietsrand im Übergang zu den Wohngrundstücken an der Beethovenstraße befindet sich ein kleinerer Gehölzstreifen.

Eine Erschließung des Plangebiets kann nicht über die B 236 oder L 675 erfolgen. Das ergab eine Voranfrage beim Straßenbaulastträger Straßen.NRW. Die Erschließung des Plangebietes ist somit ausschließlich über die vorhandene Anbindung an die Schubertstraße gegeben. Aufgrund des bereits angelegten, abgebundenen Erschließungsstiches ist diese Möglichkeit gewährleistet. Als weitere Restriktion ist die Anbauverbotszone längs der B 236 zu beachten. Gem. § 9 Bundesfernstraßengesetz (FStrG) dürfen Hochbauten jeder Art in einem Abstand von 20 m bei Bundesstraßen außerhalb der Ortsdurchfahrt nicht errichtet werden.

Der in der Variante 2 der Machbarkeitsstudie vorgesehene Neubau eines Gerätehauses für den Löschzug Ergste der Freiwilligen Feuerwehr Schwerte wird nicht weiterverfolgt. Die Verwaltung schlägt vor, dass der Neubau an einem Standort außerhalb des Plangebiets, auch aufgrund dort gegebener Erweiterungsmöglichkeiten, erfolgen soll. Daher dient die Variante 1 als Grundlage für das weitere Verfahren zur Aufstellung des Bebauungsplans.

Der rechtskräftige Flächennutzungsplan (FNP) der Stadt Schwerte stellt die Fläche seit der Aufstellung des FNP als Wohnbaufläche dar. Damit ist diese Fläche in Schwerte-Ergste als einer der letzten Entwicklungsflächen für eine wohnbauliche Arrondierung südlich der Ruhr dargestellt.

Rechtliche Beurteilung:
Mit dem Aufstellungsbeschluss gem. § 2 Abs. 1 BauGB soll das Verfahren zur Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 199 „Am Musikantenviertel“ förmlich eingeleitet werden, um die planungsrechtlichen Voraussetzungen zur wohnbaulichen Arrondierung zu schaffen. Der Beschluss, einen Bebauungsplan aufzustellen, ist ortsüblich bekannt zu machen.

Das Verfahren wird im Normalverfahren durchgeführt. Für die Belange des Umweltschutzes ist gemäß § 2 Abs. 4 BauGB i.V.m. § 2a Abs. 1 Nr. 2 BauGB eine Umweltprüfung durchzuführen in der die voraussichtlich erheblichen Umweltauswirkungen ermittelt und in einem Umweltbericht beschrieben und bewertet werden.

Im rechtkräftigen Flächennutzungsplan (FNP) der Stadt Schwerte ist diese Fläche als Wohnbaufläche dargestellt. Der Bebauungsplan wird demnach gemäß § 8 Abs. 2 BauGB aus dem Flächennutzungsplan entwickelt.