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Bebauungsplan Nr. 192 „Im Westfelde"

In seiner Sitzung am 23.01.2018 hat der Ausschuss für Infrastruktur, Stadtentwicklung und Umwelt des Rates der Stadt Schwerte die Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 192 "Im Westfelde" gem. § 2 Abs. 1 BauGB beschlossen. Hierdurch sollen die planungsrechtlichen Grundlagen für eine wohnbauliche Entwicklung in diesem Bereich geschaffen werden.

Die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit gem. § 3 Abs. 1 BauGB ist in Form einer Abendveranstaltung und anschließendem 14-tägigem Aushang der Planunterlagen im Rathaus der Stadt Schwerte durchzuführen. Parallel ist die Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange gem. § 4 Abs. 1 BauGB durchzuführen.

Weiter hat der AISU beschlossen, dass es anzustreben ist, 1/3 der Wohneinheiten für öffentlich geförderten Wohnungsbau bereitzustellen.

Für die frühzeitige Beteiligung gem. § 3 Abs. 1 BauGB lagen die Planunterlagen nach einer Informationsveranstaltung am 07.10.2019 im Gemeindehaus der katholischen Kirchengemeinde St. Antonius vom 08.10.2019 bis einschließlich 21.10.2019 zu jedermanns Einsicht öffentlich aus. Während der Auslegungsfrist konnten Anregungen schriftlich oder während der Dienststunden auch zur Niederschrift im Planungsamt vorgebracht werden. Zu diesen Zeiten bestand ebenfalls die Möglichkeit, Auskunft zu den Planinhalten zu bekommen.

Die Bürgerinformation fand am 18.11.2019 im Bürgersaal der Stadt Schwerte erneut statt. Dort wurde die Planung nochmals vorgestellt und allen Bürger*innen wurde die Gelegenheit gegeben, sich über die Planung zu informieren und mit den Planenden sowie den Gutachtern ins Gespräch zu kommen. Im Anschluss daran hingen die Planunterlagen in einem 14-tägigen Aushang während der Dienstzeiten im Planungsamt aus.

Mit dem Aufstellungsbeschluss eines Bebauungsplanes sollen die planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden, die Fläche einer wohnbaulichen Nutzung zuzuführen. Der Bebauungsplan wird von der Stadt Schwerte erstellt und ist somit als ein Angebotsbebauungsplan zu betrachten.

Der rechtswirksame Flächennutzungsplan (FNP) vom 31.12.2004 stellt die östliche Teilfläche als Wohnbaufläche und die westliche Teilfläche als Fläche für die Landwirtschaft dar. Die gesamte Fläche wird als Fläche für den Schutz, der Pflege und Entwicklung von Natur und Landschaft mit der Zweckbestimmung Landschaftsschutzgebiet dargestellt.

Bei der Fläche handelt es sich um eine derzeit landwirtschaftlich genutzte Fläche, die von Süden und Osten von Wohnbebauung eingerahmt wird. Über das Plangebiet verläuft in Nord-Südrichtung eine 110 kV-Hochspannungsleitung mit entsprechendem Schutzstreifen, der von hochbaulichen Anlagen freizuhalten ist. Das nahe Umfeld ist geprägt von einer überwiegenden Einfamilienhausbebauung mit dörflichem Charakter. Das Plangebiet befindet sich in der Nähe zum Naherholungsgebiet der Ruhrauen. Eine Nahversorgung ist durch das nördlich der Gleisanlagen gelegene Gewerbegebiet Geisecke (Aldi, Rewe, Netto, Kik etc.) gegeben. Ein Anschluss an die übergeordnete Straße Unnaer Straße (L 673) ist über die Dorfstraße zu erreichen. Soziale Infrastruktur ist kaum bis gar nicht vorhanden. Der nächstgelegene Kindergarten befindet sich im Norden von Geisecke; eine Schule gibt es nicht und ist nicht fußläufig zu erreichen.

Das Plangebiet liegt im rückwärtigen Bereich der Dorfstraße, so dass keine direkte Anbindung an das kommunale Straßennetz gegeben ist. Es bedarf daher einer entsprechenden „Vorfelderschließung", um das Plangebiet an das öffentliche Straßennetz anzubinden.

Im Rahmen der Planaufstellung werden weitergehende Untersuchungen und Abstimmungen erforderlich, um die städtebauliche Einbindung in die Ortslage Geisecke zu gewährleisten. Hierzu gehören eine schalltechnische Untersuchung zur Bewertung der von der Bahnlinie auf das Wohngebiet einwirkenden Geräuschimmissionen mit der Ableitung entsprechender Schallschutzmaßnahmen, die Erstellung eines Entwässerungskonzepts, die Ermittlung und Ableitung des mit der Wohngebietsplanung einhergehenden Verkehrsaufkommens sowie die naturschutzfachliche Bewertung (Artenschutz und Eingriffs-/ Ausgleichsbilanzierung).

Bezug nehmend auf das vom Rat der Stadt Schwerte beschlossene Handlungskonzept Wohnen (DS IX/0499) ist der Wohnungsbedarf im Stadtgebiet herauszustellen. Am Schwerter Wohnungsmarkt ergibt sich für den kurzfristigen Zeitkorridor bis 2020 ein Bedarf von knapp 900 Wohnungen. Dies entspricht einem jährlichen Bedarf von knapp 180 Wohnungen und macht eine deutliche Erhöhung der Bautätigkeit notwendig. Das Handlungskonzept prognostiziert speziell im Bereich des Eigenheims einen Wohnungsbedarf im Zeitraum von 2015 bis 2020 von 74 neuen Wohnungen pro Jahr. Dringender Handlungsbedarf besteht jedoch außerdem im Bereich des öffentlich geförderten Mietwohnraums. Laut Handlungskonzept Wohnen müssen bis 2020 jährlich 74 Wohneinheiten dieses Segments entstehen. Die Verwaltung empfiehlt daher den sozialen Wohnungsbau in der Planung zu beachten.

Im Rahmen eines städtebaulichen Vertrages gem. § 11 BauGB soll sichergestellt werden, dass sämtliche Kosten für Planung, Gutachten, Erschließung, Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen usw. einschließlich eventuell entstehender infrastruktureller Aufwendungen von einem Vorhabenträger übernommen werden, so dass der Stadt Schwerte keine Kosten entstehen.

Timo.Ruessler(at)stadt-schwerte.de
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