Originalbild zum Download
Die Vereinbarung schafft erstmals eine verbindliche Grundlage für den regelmäßigen Austausch zwischen Stadt und Jobcenter. Während die Zusammenarbeit bislang überwiegend auf informellen Absprachen beruhte, sollen künftig unter anderem regelmäßige Fallkonferenzen, ein strukturierter Informationsaustausch sowie gemeinsame Aktionen dabei helfen, Leistungsmissbrauch frühzeitig aufzudecken und konsequent zu verfolgen.
„Es ist wichtig, dass wir uns als Behörden noch besser vernetzen. Durch diese Vereinbarung kommen Stadt und Jobcenter enger ins Gespräch und können zielgerichteter zusammenarbeiten. Das macht Abläufe einfacher, sowohl für die Verwaltung als auch für die Bürgerinnen und Bürger“, sagte Bürgermeister Dimitrios Axourgos. „Schwerte übernimmt damit eine Vorreiterrolle im Kreis Unna. Ich bin überzeugt, dass weitere Kommunen diesem Beispiel folgen werden. Mein Dank gilt allen, die diese Vereinbarung vorbereitet haben, insbesondere auch unserer Sozialamtsleiterin Christiane Klanke.“
Ziel der Kooperation ist es, Menschen auf die Spur zu kommen, die das Sozialleistungssystem bewusst hintergehen, etwa durch organisierte Betrugsmodelle oder missbräuchliches Vorgehen, wie Scheinvaterschaften. Gleichzeitig soll der Sozialstaat geschützt und einer pauschalen Stigmatisierung einzelner Bevölkerungsgruppen entgegengewirkt werden. Wer Sozialleistungen missbraucht, soll konsequent zur Verantwortung gezogen werden.
„Mit der engeren Zusammenarbeit bündeln wir Kompetenzen und Informationen. So können wir schneller reagieren und Missbrauch noch wirksamer verhindern. Unser Ziel ist ein enges Netzwerk, das betrügerischen Strukturen möglichst früh auf die Spur kommt“, sagte der Erste Beigeordnete Kenan Yildiz.
Auch Daniela Tomczak, Geschäftsführerin des Jobcenters Kreis Unna, begrüßte die neue Kooperation ausdrücklich: „Es ist sehr erfreulich, dass Schwerte diese Vorreiterrolle einnimmt. Viele werden genau beobachten, wie wir diese Zusammenarbeit mit Leben füllen. Leistungsmissbrauch steht dabei klar im Fokus.“
Die Vereinbarung knüpft zugleich an die Bemühungen der Stadt Schwerte an, den Kampf gegen organisierten Sozialleistungsmissbrauch weiter zu intensivieren. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich der Rat der Stadt dafür ausgesprochen, den Kreis Unna zur Teilnahme am Landesprojekt „Missimo“ aufzufordern. Der Kreis bereitet inzwischen eine Teilnahme an dem Projekt vor (hier weitere Infos: Modellprojekt „MISSIMO“ / Kreis Unna). Die jetzt vereinbarte engere Zusammenarbeit zwischen Stadt Schwerte und Jobcenter ist ein weiterer wichtiger Baustein, um den Sozialstaat wirksam zu schützen und Sozialleistungsmissbrauch konsequent zu bekämpfen.