Stolpersteine in Schwerte

Das Projekt Stolpersteine, erhält die Erinnerung an die Vertreibung und Vernichtung der Juden, der Zigeuner, der politisch Verfolgten, der Homosexuellen, der Zeugen Jehovas und der Euthanasieopfer im Nationalsozialismus lebendig. Viele Städte in der Bundesrepublik haben sich dieser Aktion bereits angeschlossen.

Schwerte war eine der ersten im Kreis Unna und, wie sich gezeigt hatte, war das Interesse in Schwerte an diesem Projekt sehr groß. Aufgegriffen wurde die Idee auf Initiative von Christine Nickles, und Claudia Becker-Haggeney. Ihnen geht es darum, Sensibilität zu wecken für das Thema und aktiv etwas zu tun gegen das Vergessen der Opfer des NS-Regimes am eigenen Wohnort, im eigenen Umfeld.

Geistiger Vater der Stolpersteine ist der Künstler Gunter Demnig, dem für dieses Projekt der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland verliehen wurde. Gunter Demnig verlegt die Stolpersteine stets persönlich.

Die Stolpersteine, die in Schwerte verlegt wurden, sind Gedenktafeln aus Messing in Verbund mit einem Betonstein, die vor dem letzten selbstgewählten Wohnort von Opfern des NS-Regimes ins Trottoir eingelassen sind. Name, Jahrgang und Schicksal der Personen sind von Hand in ein rund 10 x 10 cm großes Messingblech eingeschlagen. Das Blech ist in Beton gegossen und wie ein Pflasterstein im Bürgersteig plan verlegt. Es wird also kein tatsächliches Stolpern verursacht, sondern es soll im übertragenen Sinne ein unmittelbares "darauf stoßen" sein, ein auch namentliches Zurückholen der Erinnerung aus dem Allgemeinen an den angestammten konkreten Ort im öffentlichen Raum. Damit unterscheidet sich das Projekt Stolpersteine von einem eher zentral angelegten Gedenkstättenkonzept. Man findet die Stolpersteine in Schwerte, wenn man mit aufmerksamem Blick durch die Stadt geht.

In ihrer Arbeitsgemeinschaft "Schule gegen Rassismus" hat die Gesamtschule in Schwerte dieses Thema aufgegriffen und eine Auflistung aller Gedenk-Steine vorgenommen. Die Stolpersteine wurden von den beteiligten Schülerinnen und Schülern fotgrafiert und in ihrer Umgebung dargestellt sind, so dass man anhand dessen einen Rundgang durch Schwerte entlang der Stolpersteine machen kann.

Finanziert wurden die Stolpersteine über Patenschaften.