Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
am Abend des 23. Aprils hat für die muslimischen Einwohner*innen unserer schönen Stadt Schwerte der Ramadan begonnen. Es ist der Fastenmonat und der neunte Monat im islamischen Mondkalender. Für Sie alle, liebe Gläubige, hat der Ramadan eine hohe religiöse Bedeutung, gilt doch der neunte Monat als der Monat, in dem der Koran herabgesandt wurde.
Sie alle haben Ramadan schon viele Male erlebt. In diesem Jahr steht er bis zum 23. Mai ganz unter dem Eindruck der Coronakrise, die auch vor Schwerte und damit vor Ihnen keinen Halt gemacht hat. Diese Krise wird auch Sie in Ihrem Glauben vor Herausforderungen stellen. Ich wünsche Ihnen allen, dass das Coronavirus den Ramadan und seine Rituale nicht zu sehr beeinflusst.
Ich habe großen Respekt vor diesem Glauben und vor dem Ramadan, weil er eine zwischenmenschliche Bedeutung hat. Und nur Zwischenmenschlichkeit kann die Grundlage für ein gutes und gedeihliches Miteinander sein. Das gilt innerhalb einer Kultur, aber auch für das Zusammenleben der Kulturen. Ich wünsche mir, dass wir in Schwerte weiter friedlich zusammenleben können, und zwar unabhängig von Religion und Glauben. Akzeptanz ist in diesem Zusammenhang ein besonderes Gut, von dem alle profitieren können.
Die Fastenzeit Ramadan ist im islamischen Glauben eine Zeit der Besinnung und der Ruhe. Das Zusammenleben innerhalb der Familie oder unter Freunden erfährt eine besondere Bedeutung, das Miteinander wird bewusst und aktiv gelebt. Es geht ums gegenseitige Verstehen und ums Teilen. Dafür müssen wir alle zuhören und verstehen, müssen geben und annehmen. Das lässt sich auf alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens übertragen, und zwar unabhängig von Kulturen und Religionen.
Ihr Bürgermeister Dimitrios Axourgos