Tagebuch eines Zwangsarbeiters im Zweiten Weltkrieg
Bei einer Haushaltsauflösung fand der Holländer Rien Bal in einem Vorort der Stadt Zwolle eine alte Kladde mit handschriftlichen Aufzeichnungen seines langjährigen Bekannten Gosse G. Mol, in dem dieser die Zeit beschreibt, in der als Zwangsarbeiter im zweiten Weltkrieg im Eisenbahnausbesserungswerk in Schwerte arbeiten musste.
Durch Internetkontakte erreichte dieses Zeitdokument Historiker Alfred Hintz, der gemeinsam mit dem Heimatvereinsvorsitzenden Uwe Fuhrmann erkannte, dass es sich um eine "kleine lokal-historische Sensation" handelte.
Der Heimatverein Schwerte hat das Manuskript aus dem Niederländischen von Dagmar Heuke übersetzen lassen und unter dem Titel "Ordnung muss sein" als Tagebuch herausgegeben. Neben dem Vorwort von Alfred Hintz mit ergänzendem Hintergrundwissen vervollständigen Bildmaterial, bearbeitet von Stadtarchivar Udo Bleidick und dem Leiter des Ruhrtalmuseums John Loftus, und einige Zeitungsausschnitte das Zeitdokument.
In seinen Aufzeichnungen beschreibt Gosse G. Mol eindringlich die Zeit zwischen Januar und Juni 1945, die er als Neunzehnjähriger mit mehr als dreihundertfünfzig weiteren Männern, am 9. Januar 1945 von Rotterdam aus deportiert im damaligen Reichsbahnausbesserungswerk in Schwerte verbringen musste.
Immer hungrig, gegen Wanzen, Läuse und anderes Ungeziefer kämpfend, aber als Holländer mit mehr "Rechten" ausgestattet als Zwangsarbeiter aus Russland oder Frankreich, verbrachte Gosse Mol hier eine Zeit der Entbehrungen. Obwohl er unter widrigen Umständen im Reichsbahnausbesserungswerk Lokomotiven reparieren musste, verlor Mol nie den Mut und hoffte immer auf Verbesserung seiner Situation. Er berichtet über die Bombennächte und schließlich über die Auflösung des Lagers Karfreitag, dem 29. März 1945, und die abenteuerliche Rückkehr mit Zwischenstation in Ahlen und Ankunft in Rotterdam am 13. Juni 1945.
Um die Authentizität zu wahren, wurden zum Beispiel die angegebenen Zwangsarbeiterregistriernummern auf den Wahrheitsgehalt geprüft. Sie stimmen mit denen überein, die das DRK in seiner Datei hat. Auch die Aufzeichnungen über die Bombenangriffe und die Beschreinung der Örtlichkeiten sind zutreffend und finden sich ebenso in anderen Quellen.
Das Tagebuch ist für acht Euro erhältlich im Ruhrtalmuseum, in der Ruhrtalbuchhandlung und bei Bücher Bachmann.
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Uwe Fuhrmann
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Alfred Hintz
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