von Alfred Hintz
Der jüdische Kaufmann Max Strauß, geb. 1876, war um 1900 gemeinsam mit seiner Ehefrau Goldine (geb. 1880) nach Schwerte gekommen und seit jener Zeit Inhaber des bekannten Schuhgeschäftes D. Herz Nachf. an der Hüsingstraße.
In der Ruhrstadt kamen auch seine beiden Söhne Lothar (1905) und Kurt (1906) zur Welt. Die Familie wohnte in der damaligen Hohenzollernstraße 5 (Karl-Gerharts-Straße).
Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten war Vater Max Strauß gezwungen, sein bekanntes Geschäft, in dem Lothar Anfang der 30er Jahre als Geschäftsführer arbeitete, zu verkaufen. Lothar emigrierte am 19. März 1934 nach Tilburg (Holland). Dort gründete er eine Pantoffelfabrik, die allerdings bereits kurze Zeit später in Konkurs ging. Seinen Lebensunterhalt bestritt er anschließend als Wandergewerbetreiber.
Das Ehepaar Strauß versuchte zunächst mit Sohn Kurt, in der Anonymität der benachbarten Großstadt Dortmund unterzutauchen, wo es zuletzt in der Markgrafenstraße 163 gemeldet war. Von dort aus emigrierte die Familie nach Amsterdam. Sie wohnte dort in der Jeckersstraße 18.
Am 14. September 1942 wurde das Ehepaar nach der Personalliste des Lagers Westerbork (bei Arnheim) mit einem sogenannten Judentransport aus den Niederlanden nach Auschwitz deportiert. Seit diesem Zeitpunkt fehlt jede Spur.
Vom Amtsgericht Schwerte wurden Max und Goldine Strauß mit Wirkung vom 17. September 1942 für tot erklärt. Lothar Strauß wurde am 17. August 1942 ebenfalls von Westerbork nach Auschwitz verbracht. Nach Ermittlungen des Niederländischen Roten Kreuzes sind alle Personen dieses Transportes bis auf wenige Ausnahmen im Laufe des Monats September durch Krankheit, Erschöpfung oder Vergasung gestorben. Lothar wurde mit Wirkung vom 30. September 1942 für tot erklärt.
Der Bruder Kurt entkam den Häschern auf nicht bekanntem Wege. Er lebte Ende der 50er Jahre in New York, 25 N. Y., 255 West, 98th Street.
Aus Richtung Post ist hier das frühere Schuhgeschäft "Strauß" (Hüsingstraße 31) zu sehen: das Haus mit dem Türmchen gegenüber dem größeren Gebäude (heute Textilhaus Diehler).