von Alfred Hintz
Als die beiden Brüder Dr. Herbert Sternberg und Ernst Sternberg 1933 von Schwerte nach Brasilien emigrierten, blieb die Mutter Ida Sternberg allein in der Sechs-Zimmerwohnung der ersten Etage des eigenen Hauses an der Bahnhofstraße 12 zurück. Fünf oder sechs Jahre später, im Jahre 1938 oder 1939, folgte sie den beiden Söhnen nach Rio de Janeiro.
Die Familie Sternberg war wohlhabend, die Wohnung u.a. mit einer großen Bibliothek sehr gut ausgestattet. Kostbares Porzellan, wie beispielsweise ein Rosenthaler Eß-Service für 36 Personen, komplettierte den bürgerlichen Haushalt. Bei ihrer Ankunft in Brasilen hatte Ida Sternberg Silberbestecke, Porzellan, Wäsche und sonstige persönliche Gegenstände im Gepäck. Sie starb 1951 im Alter von 75 Jahren in Rio.
Die wertvolle Wohnungseinrichtung der Sternbergs wurde verschleudert. Erfahrungsgemäß wurde bei verfolgungsbedingten Verschleuderungsverkäufen nach der Progromnacht 1938 ein Verkaufserlös erzielt, der bei etwa einem Viertel des Verkehrswertes lag.
Ernst Sternberg kehrte nach Beendigung des Krieges wieder nach Deutschland zurück. Er wohnte in der Meißener Straße 57 in Dortmund.