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Schicksale in Schwerte: Dr. Heinz (Henry) Meyer

von Alfred Hintz

 

Als der Metzgermeister David Meyer sich 1938 entschloß, gemeinsam mit seiner Frau sein Haus am Markt 7 zu verkaufen und von Schwerte nach Köln zu ziehen, bemühte sich der Sohn Dr. jur. Heinz Meyer lange vergeblich, einen Käufer zu finden. Schließlich überredete er seinen langjährigen Freund, den Frisörmeister Julius Schöttler von der Westenstraße, das Haus zu erwerben.

 

Der vereinbarte Kaufpreis von 6000 Mark war mehr als ausreichend mit Rücksicht auf das Alter und den Zustand des Hauses, schrieb Dr. Henry Meyer am 15. September 1951 aus Massachusetts an das Wiedergutmachtungsamt beim Landgericht Hagen. Das Geld sei prompt ausgezahlt worden und er habe die Summe in voller Höhe dafür verwandt, seinen Vater in einem jüdischen Kölner Krankenhaus unterzubringen, seine Mutter in einem Kölner Altenheim und den Restbetrag für seine eigene Auswanderung in die USA bzw. die seiner Schwester Hildegard nach Indien.

Er habe Schöttler bereits vor Jahren – ohne daß dieser ihn darum gebeten habe – geschrieben, daß er keinerlei Rückerstattungsansprüche habe.

 

Zu Weihnachten 1947 hatte Meyer seinem alten "Kumpel" Schöttler u.a. geschrieben:

„Ich werde es Dir nie vergessen, daß Du noch bis zuletzt meinen verstorbenen Vater bedient hast, als er jahrelang ans Haus gefesselt war. Dafür danke ich Dir noch heute. Und auch mir hast Du die alte Freundschaft erhalten zu einem Zeitpunkt, als es anderen ratsamer schien, mich nicht mehr zu kennen....

Hoffentlich hast Du nie Schwierigkeiten gehabt, daß Du unser Haus gekauft hast...

Wenn es erforderlich ist, will ich Dir jederzeit bescheinigen, daß Du unser Haus auf unsere freien Bitten hin und ohne Zwang zu dem von uns geforderten Kaufpreis ehrlich erworben hast....

Sei nochmals versichert, daß ich mich immer freuen werde, von Euch allen zu hören. Wenn ich im Geist die Westenstraße oder die Hagener Straße heruntergehe, möchte ich am liebsten nach jedem Namen fragen, der mir in den Sinn kommt: Metzger Steinweg und Brüder Elme Bucker, Hosangs, Ellelringmann, Heufemann von der Bank und viele andere. Würdest Du wohl mal Wilhelm Zenses und Clör von mir grüßen, deren Namen ich mit Freude im Schwerter Sportblatt entdeckt habe. Für Deine Angehörigen beste Grüße, für Dich selbst aber einen besonders herzlichen Gruß von Deinem alten Sportkameraden und Nachbarn.“

 

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