Der Kugel-Gasbehälter auf dem Gelände der Stadtwerke Schwerte an der Liethstraße, der 1991 unter Denkmalschutz gestellt wurde, ist von dokumentarischer Bedeutung für die Entwicklungsgeschichte der Kugel-Gasbehälter in Westfalen. Zugleich ist er ein Stück Geschichte der Gasversorgung der Stadt Schwerte und des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg, denn durch diesen Kugel-Gasbehälter konnte zwischen 1949 und 1978 die Gasversorgung in Schwerte sichergestellt werden.
Die Stadtwerke Schwerte - vormals städtisches Gas- und Wasserwerk - betrieben ursprünglich zwei Tauchbehälter. 1897 wurde der erste mit 1000 Kubikmetern und 1903 der zweite mit 2000 Kubikmetern erbaut. Bedingt durch Kriegsschäden wurde 1946 deren Ersatz geplant. Der in Aussicht genommene Hochdruck-Kugel-Gasbehälter wies mehrere Vorteile auf:
![]() | der Rauminhalt betrug 10.000 Kubikmeter bei 10 Atü, |
![]() | Gasverlust wurde aufgrund der Konstruktion vermieden, |
![]() | die kostspielige Gasbehälterheizung konnte entfallen. |
Bekannt sind heute nur noch zwei weitere genietete Kugel-Gasbehälter: in Bielefeld steht der älteste erhaltene der Welt, ein weiterer in Siegen. Im Vergleich zu diesen wurde jedoch bei dem Gasbehälter in Schwerte mit 10 Atü ein höherer Betriebsdruck gefahren. Dies bedeutete einen hohen technischen Fortschritt im genieteten Behälterbau, der heute nur duch geschweißte Bauwerke erreicht wird.
Besonders sehenswert ist der Kugel-Gasbehälter am Abend und in den frühen Morgenstunden. Mit Einbruch der Dämmerung wird er mit einer effektvollen Beleuchtung täglich bis 23 Uhr und morgens von 5 Uhr bis zum Einsetzen des Tageslichts in Szene gesetzt.