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Das Schwerter "Schichtwesen"

 

Das organisierte Nachbarschaftswesen in Schwerte und den Ortsteilen Westhofen und Ergste wird urkundlich erstmals 1564 erwähnt, dürfte aber viel älter sein.

 

Dem Ursprung nach waren die Schichte im Mittelalter quasi Verwaltungsbezirke und in einer festgelegten Form der Selbstverwaltung mit unteren Verwaltungsaufgaben betraut, wie z.B.das Aufbringen der Steuern, die innerhalb eines Schichtes erhoben und vom Schichtmeister an die Stadt abgeführt wurden. Auch der Feuerschutz, die Erhaltung und Pflege von Wegen, Gräben und Teichen sowie des Schwerter Waldes zum Nutzen der Bürger, die Leistung von Wachdiensten, Bau, Pflege und Verteidigung der Wallanlagen, Feuerlösch- und Abwasserführung, Schweinemast im Schwerter Wald, Krankenpflege und Totenbestattung, Salzholen (aus Unna) usw. zählten mit zu den Aufgaben der 10 Schwerter Schichte zu je 30 Häusern innerhalb der Wälle.

 

"Nachbar" waren ursprünglich nur Hausbesitzer, die mit einem "Winnegeld" (eine Tonne Bier zu 114,5 Liter) das Erbnachbarrecht erwarben. Später kamen die Mieter hinzu, die jährlich einen Obolus entrichteten. Über Einnahmen und Ausgaben wurde peinlich genau Buch geführt. So ist zu erkennen, wann erstmals ein Bürger in dem Schicht sesshaft wurde.

 

Mit der wachsenden Stadt mussten neue "Außenbürger-Nachbarschaften" gegründet werden, wie 1872 das 11. Schicht zwischen Post und Bahnhof.

 

Die Nachbarn trafen sich in jedem Jahr am Samstag vor Fastnacht. Serviert wurde der "löbliche westfälische Schinken mit Sauerkraut und Pürree" oder "Pfefferpotthast". Für jüdische Mitbürger gab es ein extra koscheres Gericht, wie in heiteren Versen verständnisvoll bekundet wurde. Ausgeschenkt wurden nur Bier und Schnaps. Dazu wurde ein kräftiger Skat gedroschen, dann aber für einige Jahre verboten - und wenig später doch wieder zugelassen. Die Frauen trafen sich acht Tage nach dem Essen der Männer zu einer Kaffeetafel, erst 1926 durften die Frauen vor dem Kaffee auch ein Festessen einnehmen. Heute gehen selbstverständlich Frauen und Männer gemeinsam zum Schichtfest.

 

Die Schichtmeister hatten die Aufgabe, über Pflichten und Rechte der Bürger ihres Bezirks zu wachen. Im Laufe der Zeit haben sich die Schwerpunkte von Ziel und Zweck der Schichte zwangsläufig stark verändert. Die Brandbekämpfung, die Straßenreinigung, die Einhaltung nachbarlicher Pflichten und das Eintreiben der Wachsgelder blieben bis ins späte 19. Jahrhundert Aufgaben der Schichte. Heute steht eher der Gedanke im Vordergrund, das Gemeinschaftsleben zu pflegen, miteinander zu feiern sowie Hilfe bei Not, Krankheit und Tod zu leisten.

Schwerter Schichtwesen

Kontakt:

Christopher Wartenberg, Oberschichtmeister

Tel.: 0176 32157310

 

Eine kostenlose Broschüre über das Schwerter Schichtwesen liegt im Ruhrtalmuseum aus.

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