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Am 7. April 1944 kamen die ersten 100 Gefangenen

Mitten im Inferno des entfesselten Bombenkrieges, als die alliierten Bombergeschwader ihre schwersten und für die Zivilbevölkerung verlustreichsten Luftattacken gegen die Ruhrstadt flogen, wurde das Arbeitslager Schwerte-Ost des Konzentrationslagers Buchenwald im ehemaligen Reichsbahn-Ausbesserungsschwerk eingerichtet.

 

Am 7. April 1944 meldete SS-Hauptscharführer John dem Arbeitseinsatzführer, SS-Obersturmführer Schwarz in Weimar-Buchenwald: "Der Transport, 4 Unterführer, 34 Männer und 100 Häftlinge ist heute um 15 Uhr in Schwerte eingetroffen." Die Unterkünfte seien bezogen und die Verpflegung aus der Lagerküche des Werkes abgegeben worden. Wie John dem Stammlager Weimar-Buchenwald weiter mitteilte war für den folgenden Tag, den 8. April 1944, um sieben Uhr der erste Arbeitseinsatz der KZ-Häftlinge vorgesehen. Es werde aber nur in Kurzschicht gearbeitet, "da das Werk ab 13 Uhr bis nach den Feiertagen steht". Am 10. April sollten 50 Häftlinge zu Lagerarbeiten innerhalb der Werksanlage herangezogen werden, so John in dem knappen Brief abschließend. Und handschriftlich erfolgte der Zusatz: "Am 8. 4. halbe Tage eingesetzt. 9.4. kein Einsatz, 10. 4. 50. Häftlinge eingesetzt".

 

Die 100 Buchenwaldhäftlinge wurden in einem Teil der vom Reichsarbeitsdienst gebauten, vom Kesselhaus des RAW beheizbaren und mit Waschräumen versehenen Einheitsbaracken untergebracht, die deshalb von den Zivilarbeitern frei gemacht werden mußten. Dort schliefen sie in dreistöckigen Etagenbetten. Das KZ-Außenlager war nach Angaben ehemaliger französischer Kriegsgefangener vor dem Brüsseler Ministerium für Kriegsopfer durch einen elektrisch geladenen Stacheldrahtzaun gesichert. Darüber hinaus nach Erinnerungen von Zeitzeugen durch einen mit Maschinengewehren bestückten, Tag und Nacht besetzten Wachturm. Leon van Oyenbrügge, ein ehemaliger Häftling, erinnert sich in "Souvenirs de Schwerte" in "Amicale Buchenwald et Kommandos", das Gelände sei in drei Teile aufgeteilt gewesen. Im ersten arbeiteten die Zivilarbeiter, im zweiten die Kriegsgefangenen, hauptsächlich Franzosen und in der am weitesten nach außen gelegenen Sektion Gefangene verschiedener Nationalitäten, auch Belgier. Die Wachmannschaft setzte sich aus sog. "rumänischen Legionisten", rumänische Freiwillige, die der SS angehörten, zusammen.

 

Nach aktuellen Recherchen  lag der Außenposten des KZ Buchenwald innerhalb der Werksmauern im Bereich der jetzigen Gedenkstätte. Das haben sowohl erneute Auswertungen von alliierten Luftbildern aus dem Jahr 1945 ergeben als auch die Angaben des Zeitzeugen Anselm Schröer (81). Schröer war zum fraglichen Zeitpunkt Lehrling beim AW Schwerte-Ost.
 

Die Stadt als Untere Denkmalbehörde hat in Abstimmung mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe in Münster die Pfadfinderbaracke auf dem Gelände der Gedenkstätte Buchenwald aus der Denkmalliste gelöscht. Begründung: Die Eingangsvoraussetzungen zur Eintragung in die Denkmalliste, die Baracke habe zur Unterbringung von KZ-Häftlinge gedient, entspreche nicht den Tatsachen. Das Fundament dieser Baracke wurde als Bodendenkmal eingetragen als Symbol der Unterdrückung der Fremdarbeiter im damaligen Nazi-Deutschland.


Kontakt aufnehmen

 

Alfred Hintz

Tel.: 0 23 04/1 82 51

Mail: hintz.alfred@web.de

 

Weitere Hinweise zum Thema von Zeitzeugen oder anderen Interessierten sind jederzeit willkommen.

Historische Ansicht

KZ-Außenposten Buchenwald

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