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"Sup-Peiter" - der höchste Feiertag der "Reichsfreiheit Westhofen"

"Sup-Peiter", ein ureigener alter Brauch, ist in den drei Westhofener Nachbarschaften Ostenpote (Aostenporte), Westeneicken und Niederste das "höchste Fest" der Männerwelt. Für die Entstehung des Namens gibt es verschiedene Erklärungen: Aus St. Peter (dem Tag der Petri-Stuhlfeier) wurde direkt Sup-Peiter. Eine andere Möglichkeit ist die Ableitung aus dem lateinischen "sub" (unterhalb), ein Tag vor St. Peter. Nicht richtig ist, dass aus dem Sub (von unter) das Sup (von Saufen) wurde, weil zu Sup-Peiter Bier getrunken wird.

 

Das jährlich stattfindende Ereignis - immer noch nur den Männern vorbehalten! - wird schon Tage vorher durch Ausrufer, ausgerüstet mit Schräppeisen, Laterne und Trommeln, angekündigt. Am Sup Peiter versammeln sich dann die Nachbarn um 20.00 Uhr an den jeweiligen Veranstaltungsorten, um über Neuaufnahmen, Besonderheiten und Schandtaten einiger Nachbarn "zu Gericht" zu sitzen. Haben Nachbarn durch bestimmte Ereignisse auf sich aufmerksam gemacht, müssen sie ihre Taten mehr oder weniger dicht am "hitzigen" Ofen vor den Schräppern ("Schröpfer" bzw. Ankläger) rechtfertigen und sich von den Nachbarn eine Strafe in Form einer Spende auferlegen lassen. Auch Neubürger müssen vor dem glühend angeheizten Ofen als Symbol des heiligen Feuers schwitzen, um nach Bezahlung eines Wingeldes in die Nachbarschaft aufgenommen zu werden.

 

Langjährige Mitglieder erhalten den "Mettwurst-Orden". Nach 25 Jahren wird den Jubilaren der kleine Mettwurst-Orden verliehen, nach 40 bzw. 50 Jahren gibt es den großen.

 

Was früher für alle Teilnehmer auch eine erzieherische Wirkung haben sollte, ist heute eher eine sehr humorvolle und geistreiche Veranstaltung der Westhofener Nachbarn, denn die verhängte Strafe hängt von der Redekunst und der Schlagfertigkeit des Einzelnen ab. Gesprochen wird beim Sup Peiter nach alter Sitte in Plattdeutsch. Wer dessen nicht mächtig ist, bekommt einen Übersetzer gestellt.

 

Nach den "Formalitäten" wird es heute wie damals lustig. Früher wurden überschüssige Gelder der ebenfalls durchgeführten Jahresabrechnung bei einer ordentlichen Zeche im wahrsten Sinne des Wortes flüssig gemacht. Und auch heute noch stillen deftiger Pfefferpotthast und ausreichend Bier Hunger und Durst.

 

Der Ursprung des heutigen Sup-Peiter läßt sich darauf zurückführen, dass die Bewohner der ersten Höfe auf diesem Gebiet acht Wochen nach der Wintersonnenwende (21. Dezember) am 22. Februar, dem Wotans- bzw. Odhinstag, das Ende des Winters feierten. Sie zündeten ein großes Feuer an und hielten ihr "kleines Thing" ab. Auf dem Thing wurde der Älteste (Häuptling) für ein Jahr gewählt und kleinere Vergehen wurden durch ein unteres Gericht geahndet.

 

Später wurden den freiheitsliebenden Westhofenern weitere Privilegien zugestanden. Die Bewohner durften unterhalb der Hohensyburg einen Wochenmarkt abhalten, die Feldmark befestigen, um z.B. Übergriffe von Raubrittern abzuwehren, und einen eigenen Bürgermeister wählen. Zudem wurde der "Freiheit Westhofen" die niedere Gerichtsbarkeit zugesprochen, die traditionell an St.Petri (22. Februar), dem früheren Wotans- bzw. Odhinstag, durchgeführt wurde. Gleichzeitig hatten alle jungen Männer und Zugezogenen die Möglichkeit, das Bürgerrecht zu erwerben. Trotz der Aufhebung dieser Rechte im Jahre 1734 ließen sich die Westhofener nicht davon abhalten, ihren "Sub Peiter" weiterhin zu begehen und diese Tradition bis heute aufrechterhalten.


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Die Ausrufer unterwegs


Am "hitzigen" Ofen


Mettwurstorden

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