Montags im Museum: "Schwerter Lehrstücke"

Montag, 06. Februar 2017

„Schwerter Lehrstücke“ – das ist ein Zeugnis für engagiertes und kreatives Aufbegehren der Bürgerschaft gegen ein selbstherrliches Rathaus. Die Buchpräsentation von Ilka Heiner, ehemalige Redaktionsleiterin der Westfälischen Rundschau Schwerte und freie Kulturjournalistin, und Rainer Zunder, ehemaliger Politredakteur der Westfälischen Rundschau findet in der Halle des Ruhrtalmuseums statt.

Schwerte-Mitte, Brückstr. 14

20:00 - 21:30 Uhr

Vortrag

Erwachsene, Senioren, Touristen, kostenfrei

Die Autoren Ilka Heiner und Rainer Zunder haben aus eigenem Erleben und belegt durch Zeitzeugenberichte, Archivalien, Presseartikel und Fotografien von Manuela Schwerte ein Buch geschaffen, das sich liest wie ein spannender Kriminalroman.
Die Hansestadt Schwerte an der Ruhr, eine historisch gewachsene Mittelstadt südlich von
Dortmund, ist nicht nur ein idyllisches, wirtschaftlich starkes, kulturell bedeutendes Gemeinwesen.
Es ist auch eine Stadt mit einer traditionell selbstbewussten, aktiven und – wenn es sein muss –
rebellisch-kämpferischen Bürgerschaft.
Mit dem Abstand von genau zwanzig Jahren beschreibt das mitreißende Buch den erfolgreichen Aufstand der Schwerter Zivilgesellschaft gegen das im Frühjahr 1997 von den beiden größten
Ratsfraktionen angestoßene Bauvorhaben „Neue Südstadt“. Seine Verwirklichung hätte fatale Folgen gehabt – nämlich die unwiederbringliche Zerstörung der stadtnahen Ruhr-Auen und eines
denkmalgeschützten Industriegebäudes, zweier städtischer Sahnestücke.
Und doch ist es im Kern die – auch für andere Städte beispielhafte – Schilderung eines urdemokratischen Aufbegehrens gegen eine selbstherrliche Rathauspolitik, die nicht aus Erfahrungen lernt: Schon zweimal hatten couragierte Schwerter Bürgerinnen und Bürger nur wenige Jahre zuvor per Rechtsstreit und per Plebiszit die Politik ausgebremst und die Verschandelung ihrer schönen Stadt verhindert.
Auch diese früheren Auseinandersetzungen schildert das Buch, das zudem weit zurückgreift in die
Geschichte der Stadt Schwerte und ihrer in langer Tradition nachbarschaftlich verfassten
Bürgerschaft. Belegt werden die heftigen Querelen des Jahres 1997 durch präzise Zitationen aus
Akten und Archivbeständen sowie durch einen ausführlichen Dokumentenanhang.
Aus dem zivilgesellschaftlichen Zorn ist die Hansestadt Schwerte gestärkt hervorgegangen. Das
damals von der Zerstörung bedrohte Industriedenkmal, die Rohrmeisterei, ist längst zu einem weit
über die Grenzen der Stadt hinaus gerühmten Bürger- und Kulturzentrum geworden.
Die Lehrstücke basisdemokratischer Tatkraft sind beispielgebend für andere Regionen, wo dann
ebenfalls gilt: Bürgersinn rettet eine schöne Stadt!

Christopher Wartenberg interviewt zunächst das Autoren-Duo, das danach ausgewählte Passagen aus dem Buch liest. Im Anschluss gibt es Gelegenheit für Diskussion und Rückfragen.
Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. Diese kommen dem Förderverein des Ruhrtalmuseums zu Gute.