Nachdem Anfang 2009 der erste Teil des Laternenweges - "Die Weiße Frau vom Wuckenhof" - eröffnet worden war, konnte im November 2009 der zweite Abschnitt - "Die Hexenrache" -, im November 2010 der dritte Abschnitt - "Der schiefe Turm von St. Viktor - und im November 2011 der vierte Abschnitt - Der Knüppelhund von Schwerte - der Öffentlichkeit übergeben werden.
Der erste Teil des Laternenweges, ein kleiner Rundweg mit sieben Stationen, erinnert an die Sage der „Weißen Frau vom Wuckenhof“. Die Sage von der "Weißen Frau" ist die älteste schriftlich überlieferte Sage aus Schwerte. Demnach liegt auf dem Wuckenhof in Schwerte, der früher Wieme oder auch Weidenhof genannt wurde, seit undenklichen Zeiten ein versunkenes Schloss mit vielen, reichen und verborgenen Schätzen. Einst wohnte eine reiche Jungfrau darin - die "Weiße Frau". Da sie unredlich lebte und sich angeblich die Erde aufgetan hatte, in der sie und ihre unermesslichen Schätze versanken, wartet sie heute noch auf Erlösung.
Die sechs Laternen-Stationen an "Westenort" und "Westenstraße" beziehen sich auf die alte Sage "Die Hexenrache". Sie erzählt davon, dass vor vielen Jahren ein Nachtwächter in Schwerte zwei Schwestern zugleich den Hof machte, ohne es jedoch mit dem Heiraten ernst zu nehmen. Jede von den beiden forderte ihn zwar mehrmals dazu auf, aber es half nichts. Die Schwestern, die Hexen waren, taten sich deshalb zuletzt zusammen und schworen ihm Rache. Eines Nachts klopften es am Fenster des Nachtwächters. Als er es öffnete, wurde er von den Schwestern gepackt und hoch in die Lüfte getragen. Erst wollten sie ihn die Ruhr werfen, fassten dann aber den Entschluss, in stattdessen nackend auf einen Baum zu setzen, wo ihn die Leute dann am nächsten Morgen halbtot fanden.
Sieben Stationen auf dem Schwerter Marktplatz erzählen, dass es der Sage "Der schiefe Turm von St. Viktor" nach in Schwerte ein Wanderheim - eine sogenannte Penne - gab, in dem Handwerksburschen übernachten, aber auch schon mal Landstreicher. Diese "Pennebrüder" mussten ihren Aufenthalt dort abarbeiten und holten sich, wenn sie dennoch einen Groschen übrig hatten, einen Flachmann billigen Korn, den sie auf dem Brückengeländer sitzend untereinander kreisen ließen. Ein Schwerter - auch der beste Bruder nicht - gesellte sich zu ihnen, wollte teilhaben und schwor Rache, als er nichts abbekam. Er erzählte ihnen eine Geschichte und stieß sie dabei nacheinander in den Mühlenstrang. Zeuge dieser ruchlosen Tat war einzig der Turm der St. Viktor Kirche. Er soll sich vor Lachen gebogen haben.
Die Station des Laternenweges über den "Schwerter Knüppelhund" handelt von großmäuligen Bauern, denen der Knüppelhund dann doch große Angst einjagte, aber alles einen dennoch guten Ausgang fand.
Die Idee des Laternenwegs kommt vom Schwerter Heimatverein. Bislang waren derartige touristische Projekte nur in Heppenheim (Bergstraße) und in Kronberg im Taunus zu erleben. Schwerte hat somit den ersten Laternenweg in Nordrhein-Westfalen, der mit Unterstützung der Sparkasse und der Stadtwerke Schwerte verwirklicht werden konnte.
Schon im Jahre 1852 wusste Gerhard Löbker in seinem Buch: „Wanderungen durch das Ruhrtal“ zu berichten: „Schwerte ist ein Mittelpunkt westfälischer Volkssagen“. Erzählt wird von Werwölfen, von Bündnissen mit dem Teufel, von verrückten Grenzsteinen, von der weißen Jungfrau, die einen Schatz hütet, und von einem versunkenen Schloss, das alle 100 Jahre in einer Vollmondnacht auf der Wandhofer Heide sichtbar wird - hell erleuchtet und erfüllt von Jubel und Musik.
Um diese reiche, regionale Kultur zu bewahren und die Schwerter Sagenwelt auch ins rechte Licht zu rücken, ist die Idee des Laternenweges entstanden. Die scherenschnittartigen Bilder an den Laternen der einzelnen Stationen wurden von der Schwerter Künstlerin Jutta Neubaur-Montenbruck liebevoll gestaltet und zeigen die markanten Szenen der alten Geschichten.
Die Faltblätter jeweils mit der Erzählung und einem Orientierungsplan - (hier zum Download) gibt es kostenlos in der Touristik-Information Schwerte im Ruhrtalmuseum.
Nachdem mit der "Weißen Frau vom Wuckenhof", der "Hexenrache" und dem "Schiefen Turm von St. Viktor" der Anfang gemacht wurde, könnten auch andere Sagen an weiteren Plätzen verbildlicht werden - soweit sich Förderer und Sponsoren finden, die diese Initiative unterstützen.
Heimatverein Schwerte e.V.
Tel.: 0 23 04/104-777
Mail: i-schwerte@ruhrtalmuseum.de
DIE WEISSE FRAU VOM WUCKENHOF (FALTBLATT)
DER SCHIEFE TURM VON ST.VIKTOR (FALTBLATT)
Ein weiterer Rundgang in Schwerter ist der Skulpturenweg, der mit fünf Stationen der Kunst im öffentlichen Raum gewidmet ist.