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Schicksale in Schwerte: Oskar Löwenstein

von Alfred Hintz

 

Mit der sog. „Machtergreifung“ 1933 durch die Nationalsozialisten wurde der Schwerter Oskar Löwenstein aus seinem Beschäftigungsverhältnis bei einer Dortmunder Eisenwarengroßhandlung entlassen. Dort hatte er seit 1924 gearbeitet. Oskar Löwenstein war Volljude.

 

Bis Oktober 1938 war er arbeitslos, fand dann von November 1938 bis zu seiner kurzfristigen Inhaftierung Mitte Februar 1943 eine neue Arbeit bei dem Schwerter Unternehmen Anhängerbau Meierling an der Hagener Straße. Im April 1943 wurde Löwenstein nach seinen Angaben vor der Schwerter Polizei erneut festgenommen, in das Lager Rehmsdorf bei Zeitz deportiert und von dort aus in das KL Auschwitz. Von Auschwitz wurde er wieder zurückverlegt in das Lager Rehmsdorf. Nach einiger Zeit kam er von Rehmsdorf in das sog. Alten-KZ Theresienstadt. Nach der Befreiung durch die „Rote Armee“ wurde er am 20. Juni 1945 aus Theresienstadt entlassen.

 

Nach einer dem Kreis-Sonderhilfeausschuß des Landkreises Iserlohn vorliegenden Bescheinigung des praktischen Arztes Dr. med. Wilhelm Lamschick starb Oskar Löwenstein am 32. August 1947 an einem Herzinfarkt. Der Arzt hatte bei ihm vorher einen Herzmuskelschaden bei Unterernährung und allgemeiner Körperschwäche diagnostiziert. Dieses Leiden müsse sich Löwenstein in den letzten Jahren vor seinem Tod, also offenbar im KZ-Lager zugezogen haben. „Der Tod steht in unmittelbarem ursächlichen Zusammenhang mit seiner Herzerkrankung.“

 

Löwenstein erwarb Ende 1945 eine Leihbücherei in Hamm und war seit Anfang 1946 Teilhaber am Unternehmen „Meierling und Löwenstein, Automobil- und Fahrzeugzubehör“. Er wurde am 17. Juli 1897 in Münster geboren. Seine Frau Elise wurde von der Gestapo schikaniert, mußte ständig zum Verhör und war im Dezember 1939 selber für 24 Stunden inhaftiert.

 


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