von Alfred Hintz
Wilhelm Kuhlmann wurde am 8.4.1888 in Schwerte geboren. Er war Vater eines Sohnes und arbeitete bei dem Schwerter Bauunterneh-men Fritz Kremer als Maurer.
Seine politische Gegnerschaft zum Nationalsozialismus bezahlte der Schwerter Wilhelm Kuhlmann (KPD) mit dem Leben. Er starb, wie sich jetzt bei den Recherchen zur „Aktion Stolperstein“ heraus-stellte, am 28. Juni 1934 während der Haft in der „Steinwache“, dem Dortmunder Gestapo-Gefängnis. Kuhlmanns Tod in der berüchtigten „Hölle Westdeutschlands“ stehe in einem ursächlichen Zusammenhang mit seiner Verfolgung durch das NS-Regime, heißt es in einem offiziellen Bescheid des Iserlohner Amtes für Wiedergutmachung an die Witwe.
Kuhlmann, der mit seiner Frau in der Bergischen Straße 73 wohnte, war bereits vor 1933, der sog. „Machtergreifung“ durch die Nationalsozialisten, Mitglied der KPD. Er wurde deswegen am 23. Mai 1933 festgenommen und in das Polizeigefängnis Schwerte eingeliefert, von dem er vier Tage später, am 27. Mai, in das Gefängnis Hagen überführt, jedoch am gleichen Tage auf freien Fuß gesetzt wurde.
Am 20. September 1933 wurde er erneut verhaftet und wieder im Gerichtsgefängnis Hagen festgesetzt. Wegen Vorbereitung zum Hochverrat – Kuhlmann hatte mit rund 50 anderen Schwerter Kommunisten versucht, die von den Nationalsozialisten verbotene KPD neu zu gründen – verurteilte ihn der II. Strafsenat des Oberlandesgerichtes Hamm in der Sitzung vom 4. bis 6. Juni 1934 in Hagen zu einem Jahr und zwei Monaten Gefängnis, wobei acht Monate und zwei Wochen der erlittenen Untersuchungshaft angerechnet wurden.
Nach seiner Verurteilung wurde er zur Steinwache Dortmund gebracht. Dort starb er etwa drei Wochen später. Der Regierungspäsident in Arnsberg urteilte in der Entschädigungssache wörtlich: Kuhlmann „ist als Mitglied der KPD ein entschiedener Gegner der NSDAP gewesen. Er hat auch nach 1933 den Kampf gegen das NS-Regime bis zu seiner Verhaftung fortgesetzt...“
Mit Karl Gerharts (SPD), Heinrich Drescher, Karl-Ludwig Tappe und Josef Senft (alle KPD) ist er der fünfte Schwerter, der aus politischen Gründen von den Nationalsozialisten verfolgt wurde und im Kampf gegen das NS-Terrorregime sein Leben ließ.