Erika Neviandt-Neumann ist die Initiatorin der 1. Schwerter Kunstmeile, die am am 15. Mai 2006 in der Altstadt Premiere hat. Die "Wahlschwerterin" hat diese Idee aus Timmendorf mitgebracht, wo sie bis vor drei Jahren ihren Wohnsitz hatte. Dort war sie jahrelang aktiv sowohl als Ausstellerin als auch Mitorganisatorin an der dortigen "Kultur-Promenade" beteiligt, eine Kunstausstellung unter freiem Himmel. Kunstausstellung ist dabei wörtlich zu nehmen, wie Erika Neviandt-Neumann ausdrücklich betont, denn es wird bei der Idee Wert darauf gelegt, kein Kunsthandwerk irgendwelcher Art zu präsentieren, sondern Kunst im engeren Sinne - angefangen bei der Malerei und Bildhauerei, über Grafik und Fotografie bis hin zu Arbeiten aus Eisen oder Glas.
Erika Neviandt-Neumann selbst hat reichlich Ausstellungserfahrung, obwohl sie ihr künstlerisches Talent erst seit den 90er Jahren pflegt. Sie hatte, wie sie zurück blickt, zeit ihres Lebens einen ausgeprägten Hang zur bildenden Kunst, aber anderen Verpflichtungen stets den Vorrang gegeben. Eher zufällig durch den Kontakt zu einer Malgruppe kam sie letztendlich doch zur Malerei. Mit dem Zeichnen übte sie sich anfänglich in den Grundlagen, hatte dann Privatunterricht bei Künstlern und besuchte schließlich die Musik- und Kunstschule in Lübeck, eine professionelle Einrichtung, deren Lehrplan u.a. auch die bildende Kunst umfasst.
Schneller als andere fand Erika Neviandt-Neumann dann Aufnahme in der Lübecker Künstlergruppe "Galerie 69", eine 1969 gegründete Interessengemeinschaft von künstlerisch tätigen Menschen. Die Zahl der Mitglieder ist, wie der Name schon nahe legt, auf 69 begrenzt. Darüber hinausgehende Bewerbungen werden auf eine Warteliste gesetzt. Bei "Galerie 69" war Erika Neviandt-Neumann in der Zeit ihrer Mitgliedschaft an den vier Mal im Jahr stattfindenden Ausstellungen beteiligt und daneben noch mit Einzelausstellungen auch bundesweit präsent.
Bis heute befasst sich Erika Neviandt-Neumann mit allen Spektren der Malerei, die für sie zur Passion wurde. Aber auch Goldschmiedearbeiten und Arbeiten mit Eisen oder Marmor fanden ihr Interesse. Allerdings musste sie ihre Vorliebe für diese Kunstrichtungen bei den schweren Materialien begrenzen, da zwar noch Schweißarbeiten möglich sind, aber keine Schmiedearbeiten mehr.
In Schwerte, wohin Erika Neviandt-Neumann ihren Wohnsitz wegen der Familie verlegte, hatte sie das große Glück, eine Wohnung mit angrenzendem Garten in der Innenstadt zu finden, wo sie sich ein eigenes Atelier einrichten konnte. Obwohl die Bedingungen in Timmendorf für sie sehr gut waren, hat sie ihren Umzug nach Schwerte nicht bereut. Zum einen - und sehr wichtig - lebt ihre Tochter mit Familie hier. Zum anderen hat sie innerhalb der verhältnismäßig kurzen Zeit schon viele Kontakte geknüpft, insbesondere zu Künstlern und Künstlerinnen. Sie war außerordentlich aktiv, um Menschen mit gleichen Interessen und Neigungen kennen zu lernen. Bereits im Jahre 2003 hat sie sich an einer Gemeinschaftsausstellung verschiedener Künstler und Künstlerinnen in der Rathaus-Galerie beteiligt und war auch in Altena mit einer Einzelausstellung präsent.
Die positiven Erfahrungen und guten Kontakte gaben Erika Nevandt-Neumann den Mut, in Schwerte mit der 1. Schwerter Kunstmeile etwas Ähnliches ins Leben zu rufen, wie die Timmendorfer "Kultur-Promenade". Schritt für Schritt ging sie daran, diese Idee in die Tat umzusetzen. Sie hat sich mit dem zuständigen Schicht für die Mühlenstraße und die Kötterbachstraße in Verbindung gesetzt, um das Einverständnis zu holen und die Anwohner anzuregen, sich mit unterschiedlichen Angeboten zu beteiligen. Von der Stadtverwaltung war eine entsprechende Genehmigung für die Standflächen (mit Verkauf) einzuholen. Und "last but not least" musste das Interesse von Künstlern und Künstlerinnen an dieser Aktion geweckt werden. Erika Neviandt-Neumann rechnet zum gegenwärtigen Zeitpunkt mit mindestens 40 Künstlerinnen und Künstler. Obwohl die Anmeldefrist bereits abgelaufen ist, können Interessenten bei Frau Neviandt-Neumann anfragen.
Schwerte, den 21. April 2006