Die Baugruppe des Schwerter Bahnhofes, bestehend aus dem Empfangsgebäude, das im wesentlichen als Dreiflügelanlage konzipiert wurde, und der ehemaligen Güterabfertigung mit Verwaltung, steht heute als ein Dokument der Bahnhofsarchitektur vor dem 1. Weltkrieg und ist damit ein Stück westfälische Eisenbahngeschichte. Zugleich legt die Anlage Zeugnis ab für die verkehrs-, wirtschafts- und sozialgeschichtliche Entwicklung der Stadt, denn der Bahnanschluß im Jahre 1867 bedeutete Schwerte einen besonderen wirtschaftlichen Aufschwung. In der Nähe des Bahnhofs siedelten sich Betriebe der metallverarbeitenden Industrie an. Die Einwohnerzahl vervielfachte sich ab diesem Zeitpunkt von 3.000 auf 12.000 im Jahre 1900 und die Stadt wuchs seit 1880 über den mittelalterlichen Kern hinaus.
Nachdem die Verbindungen zwischen der Ruhr-Sieg-Eisenbahn bei Hengstey und der Dortmund-Soester Eisenbahn sowie die Strecke von Schwerte über Neheim-Hüsten nach Arnsberg fertiggestellt waren, erhielt auch Ergste im Jahre 1910 durch die Eröffnung der Strecke von Schwerte nach Iserlohn einen Bahnanschluß. Der Bahnanschluß Schwerte-Dortmund erfolgte 1912.