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Die Initiatorinnen der "Stolpersteine" in Schwerte
Christine Nickles, die die Idee der "Stolpersteine" für Schwerte aufgegriffen hat, erfuhr zunächst im Fernsehen über das deutschlandweite Projekt des Künstlers Gunter Demnig, das die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus lebendig erhalten soll. Ein Zeitungsbericht über eine entsprechende Initiative in Dortmund, also in nächster Nachbarschaft, war dann Auslöser für konkretes Handeln. Über diesen Kontakt bekam Christine Nickles die ersten näheren Informationen und Unterlagen, wie ein solches Projekt auf lokaler Ebene realisiert werden kann.
Die Zusammenarbeit mit Claudia Becker-Haggeney, die unabhängig davon ebenfalls über die Stolpersteinaktion informiert war, ergab sich im gemeinsamen Gespräch. Beide Frauen waren von der Idee beeindruckt und fanden sie auch für Schwerte unterstützenswert. Insbesondere der lokale Bezug dieser kleinen Gedenktafeln, über die man im Alltag quasi immer wieder "stolpert", überzeugte Christine Becker-Haggeney und Christine Nickles.
Schwerte, den 10. März 2006
Die durchweg positive Reaktion auf Nachfragen in ihrem Umfeld war für die beiden Frauen eine weitere Bestärkung in ihrer Absicht, sich für diese Gedenksteine in Schwerte zu engagieren. Sie wollen damit Sensibilität wecken für dieses Thema und aktiv etwas tun gegen das Vergessen der Opfer und der Taten des NS-Regimes - am eigenen Wohnort, im eigenen Umfeld.
Den sehr gründlichen Überlegungen folgten Taten, bis schließlich mit der Bewilligung im Hauptausschuss des Schwerter Stadtrates, die "Stolpersteine" im öffentlichen Raum verlegen zu dürfen, der Weg für die Umsetzung des Projektes in Schwerte geebnet war.
Als Sozialarbeiterinnen gewohnt in Netzwerken zu arbeiten, hatten Claudia Becker-Haggeney und Christine Nickles von Anfang an Möglichkeiten der Kooperation gesucht, um das Projekt auf den Weg bringen zu können. Sachkundige Stellen wie beispielsweise der Heimatverein und das Stadtarchiv, haben ihre Unterstützung zugesagt, während die VHS in Schwerte, mit der eine Kooperation besteht, logistische Unterstützung leistet als Postanschrift und mit Räumen, die zur Nutzung bereit gestellt werden.
Für die Durchführung des Projekts wurde im November 2005 ein Arbeitskreis gegründet. Zu diesem Zeitpunkt waren schon viele Kontakte geknüpft, und es hatte sich gezeigt, dass in Schwerte ein deutliches Interesse an den "Stolpersteinen" besteht. Ganz spontan waren interessierte Bürger und Bürgerinnen bereit, Spenden für "Stolpersteine" zu übernehmen.
Im Arbeitskreis, in dem sich ca. 15 Personen engagieren, geht es gegenwärtig noch um Recherchearbeiten. Für die Verlegung der "Stolpersteine" ist es wichtig, dass definitiv geklärt ist, dass die betreffenden Menschen nachweisbar als Opfer des Nationalsozialismus verstorben sind. Dabei bedient man sich unterschiedlicher Datenbänke, wie beispielsweise von "Yad VaSchem" , einer Organisation, die in Israel die Erinnerung an den Holocaust wach hält. Man bekommt dort über die Namen der Opfer Hinweise - u.a. auch auf Angehörige -, um über das Schicksal einzelner Personen Nachforschungen betreiben zu können. Weitere Stellen sind das Nederlands Oorlogsgravenstichting, das State Museum Auschwitz-Birkenau und das Theresienstädter Gedenkbuch.
Bei den Recherchearbeiten wird Wert darauf gelegt, über die Daten und Fakten hinaus auch Fotos zu bekommen. Da die Nachforschungen zum Teil sehr aufwendig sind, würden die Initiatorinnen das Ergebnis der geleisteten Arbeit sehr gerne zumindest in einer Ausstellung dokumentieren. Eine eventuelle Drucklegung wäre nur mit Hilfe von Sponsoren leistbar.
Insgesamt gibt es schon 53 Personen, für die Gedenksteine verlegt werden könnten, und ca. 30 Personen, die einen "Stolperstein" übernehmen möchten.
Christine Nickles und Claudia Becker-Haggeney liegt bei dem ganzen Projekt besonders am Herzen, der nachfolgenden Generation die Bedeutung der "Stolpersteine" vermittelt zu wissen. Deshalb wird die Mitwirkung von Schulen und jungen Menschen besonders begrüßt. Die Gesamtschule in Schwerte hat sich dem Projekt bereits angeschlossen.
Schwerte, den 10. März 2006